Gästebucheinträge

Gästebucheinträge zur Ausstellung "Nahe, ferne Heimat. 60 Jahre Kriegsende und Vertreibung"

05.07.2005
A. Starke geb. 28.12.1959 in Dresden
Dezember 1990/91 Wirtschaftsflüchtling nach Baden-Württemberg, später 2000 weiter in die Schweiz, 2005 endlich wieder in die Heimat – Dank Frühberentung. Diese Ausstellung hat mir geholfen so vieles zu verstehen.

Alexej Sesterheim geb. März 1946
Jede Form der Druckausübung auf Kinder ist eine Vertreibung aus der Seele. Bedingungsloser Frieden mit Kindern beugt der sonst drohenden Vertreibung der Erwachsenen vor.

27.07.2005
Vertreibung sind und bleiben ungerecht egal wo, wann und gegen wen sie durchgeführt werden. Die Vertreibung der Deutschen gingen Vertreibung und Völkermord anderer voraus! Der Machtantritt der Nazis, die überwältigende Befürwortung dieser verbrecherischen Politik des „Deutschen“ Volkes und die bestialische Zerstörung menschlichen Lebens wir ihrer Lebensgrundlage waren Ausgangspunkt für das Leid, was nun die deutsche Beschäftigung zu erleiden hat. Vergessen wir das nie!
Darum sind solche Ausstellungen sehr wichtig, um die richtige Antwort auf Krieg ist Frieden zu geben. Lasst uns gemeinsam gegen Vertreibung, Krieg, Rassismus zusammenstehen.

Klasse - Abwechslung zum lernen. Informativ und Interessant! Glückwunsch, ein rundes Konzept.

03.09.2005
B. Förster / Chemnitz
Ale eine 67 jährige Enkelin einer Schlesierin – Vertreiben und selbst noch voller dortiger Erinnerungen bis zum 6. Lebensjahr bin ich besonders interessiert und sehr froh, dass man jetzt über dieses Thema sprechen kann.
Bei Reisen durch die alte Heimat Niederschlesien – jetzt Polen – hört man von der dortigen Bevölkerung viel über deren Schicksal als Zwangsumgesiedelte aus dem Osten.
Fazit: Nie wieder so offenbar blindes Vertrauen in eine „Führung“ – und deren heutigen Nachfolger! Und nie wieder Krieg.
Und positiv: Die Wehmut wird leiser.

Diese Ausstellung ist ein zusammengesetztes Stückwerk, ohne Gründe, Hintergründe – wieso kann es dazu - Was passiert vor 1918, von 19198 bis 1939 usw., in den annektierten Gebieten (Korridor/Sudetenland) mit den Deutschen?
Es ist eine einseitige Ausstellung und mit einer landsmannschaftlichen Gruppe kann man diese Ausstellung nicht besuchen. Es gibt viel Falsches!!

8.10.2005
S. Powlesland
Mir ist nicht so ganz klar, was an dieser Ausstellung einseitig sein soll. Sie ist ein Versuch, etwas von der der Vertreibung und Verfolgung verschiedener Völkergruppen in den letzten Kriegsjahren (und die ersten Jahre danach) durch zeigen einzelner Schicksale zu erzählen. Ich glaube sie soll zum weiterdenken anregen. Ich finde auch nicht, dass das Leiden der deutschen Vertriebenen unterbewertet wird.
Die Ausstellung gefällt mir.

9.10.2005
Polin/Dresden
Solche Ausstellung ist ein gutes Beispiel für Verständnis der Deutschen, was bedeutet Nazismus, Hitlenismus, Xenofobismus, Verteilung der Leute in Herrschende und Unterleute.
Aber, Deutsche haben verstanden. Danke für alle.
Meine Familie wurde aus der Ukraine deportiert und viele aus meiner Familie sind während des zweiten Kriegs (Warschau, Stalingrad) gestorben. Ich verstehe was bedeutet Flucht aus Erzählungen, aber jetzt bemühe ich mich Deutsche zu verstehen. Es geht gut.
Noch einmal danke für die Ausstellung und mehr solche… (Besonders über Holocaust)

10.09.2005
Die Ausstellung ist sehr einseitig. Vertreibung ist nicht nur eine Folge des Krieges, sondern auch Bruch des Völkerrechts und der Genfer Konventionen, Schuld, Versagen der Alliierten, SU, USA, Großbritannien.
P.S. Versöhnung mit Polen (Jugend), Großeltern, Eltern, selbst Vertriebenen.

8.12.2005
Mitte Juni 1945 wurde meine Mutter – damals 7 Jahre alt – sowie ihre Geschwister, Eltern, Verwandte gegen 6 Uhr früh zusammengetrieben, aufgeteilt und schikaniert von den so genannten „Revolutionsgarden“. An dem Tag sah meine Großmutter ihren Heimatort zum letzten Mal!
Die Wunden, physisch wie psychisch sind in meiner gesamten Familie nie verheilt! …wer hat Schuld?

9.12.2005
W. Richter
Meine Kindheitserinnerungen beginnen mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1938 in die ČSR. Der Einmarsch wurde vor allem von Dresden (Tschenberg Pellais) geführt, die Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Königsbrück (u.a.) dafür ausgebildet.
In Rumburg, Friedland, Reichenberg u.a. wurde der größte Verbrecher gegen Menschen – und Völkerrecht: Adolf Hitler von den Sudenten bejubelt.
Verwandte von mir wurden – aus religiösen Gründen gegen Nationalsozialismus und Militarisierung 1937 von der Dresdner Gestapo – in KZs und Gefängnisse verschleppt.
Meine Freu rettete über die englisch-amerikanischen Bombenangriffe auf Dresden am 13./14. Februar 1945 ihr Leben mit den Kleidungsstücken am Körper. Die Mehrzahl der Leichen der Mietshausbewohner wurde vom 20.2. bis anfangs März 1945 auf dem Altmarkt durch das SS-Kommando Karl Streibel (Trawniki-Einheit) verbrannt.
2002 waren wir in dem Jugendzentrum Kreisau und begegneten vielen jungen Polen. Ein Zentrum der Vertreibung gehört nicht nach Berlin – wie von Erika Steinbach – angestrebt, sondern bedarf internationaler Abstimmung vor allem mit Polen und Tschechien!

12.12.2005
D. Runge (80)
Ja, alles sehr schlimm!! Aber ich habe es mit verursacht.

T. Banspach (37)
Es geht nicht um deine (nichtvorhandene) Schuld, sondern um unsere Verantwortung, mit historischen Tatsachen umzugehen und sie zu verarbeiten. D.H. Dialoge zu führen, neue historische Zusammenhänge zu erforschen, der Opfer zu gedenken.

 

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