Generation 89/90. Die verlorene Generation?!

Das Jahr 1989 gilt als das Jahr der Zäsur und Veränderungen: Der Zusammenbruch des Ostblocks und das Ende des Kalten Krieges haben in ganz Europa Transformationsprozesse in Gang gesetzt, die bis heute anhalten. Die Generation 1989/90 war die erste, die in Freiheit und Demokratie aufwuchs. Dies gilt für junge Slowak_Innen, Tschech_Innen und Ostdeutsche gleichermaßen. Sie waren die Hoffnungsträger ihrer Eltern, die sich für ihre Kinder häufig die Freiheit erträumten, die sie selbst nicht genießen konnten.

Die Generation Y – eine überforderte Generation oder heimliche Revolutionäre?

„Noch nie hatten Jugendliche so viele Möglichkeiten, umgekehrt wurde noch nie so viel von ihnen erwartet“, sagt Jugendforscher Philipp Ikrath über die 1989-Geborenen (vgl. Die Presse, 2009). Auch Katrin Triebswetter vom Wiener Institut für Jugendforschung betont, dass die Vielzahl der Möglichkeiten und die unsichere Zukunft den jungen Menschen oft Angst mache (vgl. Die Presse, 2009). Ganz anders sieht das der Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann: Für ihn sind die heute 15- bis 30-Jährigen, eine Generation der „heimlichen Revolutionäre“. Die sogenannte „Generation Y“ lebe in Unsicherheit, stelle daher alles in Frage und wisse nicht genau, wie es weitergehe. Doch eben diese Improvisierung sei laut Hurrelmann ihre Stärke (vgl. Berliner Morgenpost, 2014).

Das Projekt „Generation 89/90. Die verlorene Generation?!“ zeigt am Beispiel der Lebenswirklichkeit junger in Dresden lebender Erwachsener, welche Chancen, aber auch Herausforderungen die Transformationsprozesse seit dem Jahre 1989 mit sich gebracht haben. Es ist der Versuch, ein facettenreiches Bild einer Generation zu zeichnen, das gleichzeitig ein gegenwärtiges Portrait der heutigen vernetzten und globalisierten Welt darstellt. Was hat sich in Europa seit den politischen und sozialen Transformations- und Migrationsprozessen seit 1989/90 verändert? Hat die Freiheit der Märkte zu mehr Freiheit der Menschen geführt? Leben wir tatsächlich in einem Europa ohne Grenzen? Wo stehen die „Kinder der Freiheit“ heute?

Das Format ist vielseitig: Filmvorschau und Gespräch, Face-to-face Interviews, kreativer Workshop, Stadtrundfahrt und eine multimediale Ausstellung

Auftakt: Film und Gespräch zur Lage von jungen Absolventen in der Slowakei

Der slowakische Dokumentarfilm „Absolventen – Freiheit ist nicht umsonst“ stellt eine Plattform für eine breite und öffentliche Diskussion zu den politischen und sozialen Transformationsprozessen, aber auch Migrationsprozessen in Europa seit 1989/90 dar. Der Regisseur des Filmes Tomáš Krupa sowie eine junge slowakische Absolventin sind für ein anschließendes Filmgespräch anwesend. Am Dienstag, den 22. September um 19.30 Uhr im Kino im Dach

Mitmachen, Mitreden und kreativ sein: Das Ausstellungsprojekt

Das Ausstellungsprojekt lebt von seinen Interviewpartner/innen, die gleichzeitig zu den Ausstellungsgestalter/innen werden.

Geschichten sammeln: Die Interviews

Zehn junge in Dresden lebende Erwachsene werden an für sie wichtigen Orten interviewt. Wer mag, kann seine persönliche Geschichte außerdem dem Internetportal von STADTleben, einem Kooperationspartner des Projektes, zur Verfügung stellen.

Kreativ sein: Der Tagesworkshop im FabLab Dresden

Gemeinsam möchten wir in Form eines kreativen Tagesworkshops im FabLab Dresden an einer Ausstellungskonzeption sowie einem Teaser für die Ausstellungseröffnung im Dezember 2015 arbeiten. Dort werden wir Upcycling-Bilderrahmen basteln. Wer mag mit Laser-Cutter-Technik!

Der Workshop findet am Mittwoch, den 18. November von 10-18 Uhr im FabLab Dresden statt. Mit anschließender Vernissage!

In Dialog treten: Ausstellungseröffnung

Die Ausstellungseröffnung dient dazu, unsere gemeinsam erarbeiteten Ausstellungsinhalte interaktiv und lebendig der Öffentlichkeit zu präsentieren und zu vermitteln. Am Donnerstag, den 10. Dezember 2015 wurde die Ausstellung im Brücke/Most-Zentrum eröffnet.
Sprachen: Deutsch, Englisch und alle anderen Sprachen, die Ihr beherrscht!

Das Projekt „Generation 89/90. Die verlorene Generation?!“ wird gefördert durch das Förderprogramm „25 Jahre Deutsche Einheit und Freistaat Sachsen“

Informationen zu den Öffnungszeiten der Ausstellung

Mo-Do 9:00-17:00; Fr 9:00-15:00 Uhr

Da der Ausstellungsraum gleichzeitig als Seminarraum genutzt wird, empfehlen wir eine vorherige telefonische Anmeldung im Sekretariat des Brücke/Most-Zentrums, Tel.: +49/ 351/ 433 14 0.

Vom 11. Mai bis 30. Juni 2016 ist die Ausstellung im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) des Ausländerrats Dresden e.V., in der Heinrich-Zille-Straße 6 zu Gast. Mehr Informationen unter: http://www.auslaenderrat-dresden.de

Logo Freistaat Sachsen
Logo 25 Jahre Deutsche Einheit und Freistaat Sachsen

Kooperační partneři:

Logo Stadtleben
Logo Medienkulturzentrum
Logo IKT
Bild_Voegel_im_Kaefig

Sonja Riehn

Freie Mitarbeiterin (2015/2016)

tel.: +49 351 433 14 10

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