Himmelweit gleich - Europas '89
Heute gibt es in Ost und in West eine ganze Generation von jungen Erwachsenen, die es für selbstverständlich halten, dass freie und gleiche Wahlen stattfinden, dass sie ihre Lieblingsschokolade überall in Europa kaufen können, Menschen die gleiche Kleidung tragen wie ihre Altersgenossen in Polen und Frankreich, die fast ohne Beschränkungen reisen dürfen und sich manchmal auch für längere Zeit in einem anderen Land Europas zu Studium und Arbeit oder aus persönlichen Gründen niederlassen. Ihnen die Geschichte einer vierzig Jahre lang geteilten Welt nahe zu bringen, ist angesichts dieses Erfahrungshorizontes keine einfache Sache. Sie erfordert besondere Zugänge, die auf Mitarbeit zielen und bei der unmittelbaren Lebenswelt dieser jungen Generation ansetzen.
Deshalb wollen wir einen Prozess, der auf dem aktiven Handeln junger Menschen in verschiedenen osteuropäischen Ländern aufbaut.
Neben diesem aktiven Prozess sind die Ergebnisse des Rechercheprozesses, die dann erzählten Geschichten, gleichwertiges Ziel. Wir setzten große Hoffnungen in die Idee, diese Geschichten von jungen Menschen „nacherzählen“ und dabei aus ihrer Sicht bewerten zu lassen.
Das Projekt soll junge Studierende in den Städten Bratislava, Breslau, Prag und Dresden zusammenbringen, um sich mit den Ereignissen um 1989 und den Transformationen Ostdeutschland, Tschechien, Polen und der Slowakei auseinandersetzen. Ausgehend von Leitbegriffen sollen die Teams in den vier Städten begleitet und mit „professionellen Impulsen“ angeregt Personen, Orte und Vorgänge suchen, die die Bedeutung der Leitbegriffe vor 1989 und 1989, ihre Kontinuität oder ihren Wandel bis heute exemplarisch darstellen können. Die entstehenden Texte, Bilder und Audiofiles sollen
- beschreiben, wie sich Begriffe und Leitbilder im politischen Diskurs in diesen 20 Jahren transformiert haben,
- die Geschichten von Dissidenz und Dissidenzgründen vor 1989 einschließen,
- Alltag im geteilten und wieder vereinten Europa ausschnittartig zeigen,
- den Veränderungsprozess um ´89 als europäische Bewegung erfahrbar werden lassen,
- die entstehenden Legenden über Demonstrationen und Widerstand hinterfragen und die Vielgestaltigkeit der ProtagonistInnen und ihrer Motive zeigen.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit folgenden Partnern durchgeführt:
Goethe-Institut Warschau
Goethe-Institut Prag
Edith-Stein-Haus Breslau
Philosophische Fakultät der TU Dresden
Neuigkeiten zum Fortschritt des Projektes und Informationen über öffentliche Abendveranstaltungen in Dresden finden Sie bald an dieser Stelle!
